Was sagt Ihnen Ihr Bauchgefühl?

Was sagt Ihnen Ihr Bauchgefühl?

Was haben wir im laufenden Jahr erzielt? Was können wir vom neuen Jahr erwarten? Wie wird der Markt reagieren? Ist die Krise nun endgültig vorbei? Usw…  Wenn ich Sie nun z. B. bitte zu prognostizieren, wie eine bestimmte Produktgruppe, die Sie liefern, im nächsten Jahr abschneiden wird, ergeben die obigen Fragen durchaus Sinn. Irgendwo müsste jetzt Ihr Zwischenruf erfolgen. Um die Budgetierung zu erstellen, wollen Sie ja möglichst viele Fakten also Tatsachen als Grundlage. Dabei kann sich zeigen, dass Sie noch in Personal und Betriebsmittel investieren müssen. Und hier wollen Sie keinesfalls falsch liegen. Noch schlimmer wäre es, wenn Sie nach einem halben Jahr feststellen müssen, dass Sie zu viel Ressourcen angeworben haben, die Sie buchstäblich auffressen. Meines Erachtens kein angenehmes Szenario. Auch Ihre Zulieferer müssen mit dem von Ihren Kunden geforderten Tempo mithalten können. Das heißt, sie müssen stets rechtzeitig vorgewarnt werden. Dies sind Herausforderungen mit Abhängigkeiten. Doch die Frage bleibt: wie kommen Sie zu einer richtigen Prognose, damit Sie die daraus abgeleiteten Mittel stemmen können? Eine Lösung hierfür wäre ein Nachfrageplanungstool, aber das sind recht teure Produkte. Außerdem erfordern diese obendrein eine gewisse Implementierungszeit. Ich habe mir sagen lassen, dass die „Mercedes-Klasse“ dieser Tools so viel wie eine ERP-Installation kosten könnte. Selbst wenn es nur die Hälfte kosten würde, wäre dies eine erhebliche Investition. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, denn so ein Tool kann sich vielleicht für Ihren Betrieb rechnen. Schließlich haben diese Tools nicht umsonst ihre Existenzberechtigung. Allerdings wäre dies in vielen Fällen ein dicker Verband auf ein kleines Wehwehchen. Oder fast wie mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Das Risiko bei diesen Produkten ist, dass sie oft vom Personal (!) wie ein Zauberkasten angesehen und die Resultate daher angezweifelt werden. In diesem Fall werden wir mit derselben Skepsis konfrontiert, die wir von MRP-Installationen her kennen (siehe Blog: Ein Rat zu MRP).

So eine Prognose kann man aber auch pragmatischer angehen. Aus meinem ERP-System kann ich ja die Ein- und Ausgänge usw. des abgelaufenen Jahrs abrufen. Daraus können wir unter Berücksichtigung einiger Parameter zumeist ein Bild vom Trend gewinnen. Denken Sie hier an Wachstumsziel, Outsourcing usw. Wenn ich mich hier anstrenge, kann ich mithilfe von Microsoft Excel schon recht weit kommen. Einen wichtigen Aspekt dürfen wir hierbei jedoch nicht außer Acht lassen. Wie weit Sie auch automatisieren und optimieren, es bleibt immer ein gewisser Unsicherheitsfaktor und der betrifft das Bauchgefühl, unseren Instinkt oder vielleicht besser, unser Gefühl für den Markt. Dies wird bei der Planung der Herstellungszahlen stets eine Rolle spielen. Daher wollen Sie „unterwegs“ eingreifen oder korrigieren können, bevor die Planung zur Herstellungsabteilung geschickt oder die Budgets zur Genehmigung vorgelegt werden. Wenn ich mir Tools anschaffe, muss ich diesen Sachverhalt genau berücksichtigen. Sorgen Sie dafür, dass es nachvollziehbar ist, woher die Zahlen stammen. Noch wichtiger: Was sind die Auswirkungen der verschiedenen Planungsparameter. Ich will ja stets die Kontrolle behalten. Sie doch auch?