Die ganze Welt als App

Die ganze Welt als App

Wer hat keine? Praktisch jeder Durchschnittsbürger mit einem Smartphone ist von der App-Seuche befallen. Mittlerweile findet man für buchstäblich jeden „Furz“ eine App. Mein Sohn erzählte mir, dass sogar für Fürze (das Geräusch) eine App angeboten wird, die besonders erheiternd sein soll. Aber ich schweife ab. Diesen Sommer habe ich mich bei meiner Rundreise mit dem Wohnmobil durch Frankreich von einer Regenradar-App führen lassen, um möglichst gutes Wetter zu genießen. Die Länge von Staus erfährt man wiederum von einer Verkehrs-App und so weiter und so fort. Zwar war mein Telefon während dieser Reise ständig im Einsatz, doch kann ich mich nicht erinnern, dass ich je damit telefoniert oder eine SMS verschickt habe. Können Sie daran ersehen, wie Apps unser Leben vereinfachen? Aber warum eigentlich nur in der Privatsphäre? Aufgrund ihrer Einfachheit und des problemlosen Zugriffs sollten doch Apps auch in Geschäftsumgebungen sehr gut funktionieren, nicht wahr? „Absolut!“ werden Sie vielleicht zustimmen, doch sind noch ein paar andere Aspekte zu berücksichtigen. Zumeist sind Apps für den Privatgebrauch gratis oder gegen eine geringe Gebühr erhältlich. Da diese Apps sich an ein großes Publikum richten, können Sie durch Werbeeinkommen finanziert und umsonst angeboten werden. Darüber hinaus werden Apps für den Privatgebrauch nur in den seltensten Fällen für vertrauliche Informationen eingesetzt – von Bank-Apps einmal abgesehen. Warum sind Apps für geschäftliche Zwecke dann nicht gratis? Diese Frage wird mir oft gestellt. Wenn ich z. B. auf meinem Telefon eine CRM-App installieren möchte, muss ich dafür bezahlen.

Warum? Weil eine Business-App nämlich ein ganz anderes Kaliber darstellt. Erstens ist sie gewöhnlich nicht für ein breites Publikum vorgesehen und zweitens arbeitet sie in vielen Fällen mit vertraulichen Unternehmensdaten. Dies bedeutet, dass die Sicherheitsanforderungen an solche Apps wesentlich höher ausfallen. Gleichzeitig muss auch die Verbindung zum Backoffice wie z. B. zum ERP- oder CRM-System gesichert sein. Solche Anforderungen kosten einfach etwas. Nehmen wir an, dass Sie vom Anbieter der Regenradar-App zusätzlich ein speziell für Sie programmiertes Modul wollen. Damit kommen wir zu einem weiteren, noch interessanteren Punkt – nämlich Custom-Werkzeugen, die nach Kundenvorgabe erstellt werden. Im klassischen Beispiel kaufen wir Lizenzen für eine Software-Lösung. Die läuft dann auf einem Server in Ihrem im Büro. Falls notwendig, können Sie ergänzenden Code hinzufügen, um einen Prozess nach eigenen Vorgaben zu modellieren. Das können Sie mit Maßarbeit vergleichen. Bei einer App geht das nicht. Punkt. Eine App ist eine Standard-Software und wird in nur einer Version über die Cloud angeboten. Aber diese Software gehört Ihnen nicht. Sie dürfen die Anwendung nur nutzen. Das ist das Konzept, das einer App zugrunde liegt. Der Vorteil einer App ist ihre Einfachheit, wodurch ihr Gebrauch kaum Ansprüche an Wissen und Kenntnisse stellt. Außerdem kommen Sie in den Genuss von Updates, ohne dass Sie dafür etwas tun müssen. Dies funktioniert natürlich nicht, wenn verschiedene Versionen mit kundenspezifischem Code in Umlauf sind. Einfacher ausgedrückt – Apps in einer Business-Umgebung werfen viele Fragen auf. Ich hoffe, dass ich mit diesem Blog etwas zum Verständnis beitragen konnte. Zum Einen die Stärke von Apps als Standardwerkzeug. Zum Anderen, dass ein geschäftlicher Einsatz ganz andere Anforderungen stellt als eine App für den Privatgebrauch. Ich gespannt auf Ihre Reaktionen…