Den Planer automatisieren?!

Den Planer automatisieren?!

Außer, dass ich selbst Jahre lang Planer gewesen bin, habe ich in meiner Consulting-Karriere viele Planer getroffen oder mit Menschen gesprochen, die zu wissen denken, was ein Planer will. Letztere Kategorie ist die schwierigere. Diese Personen sind überzeugt, dass sie den Planer mit einem Tool beglücken sollten, das ihm das Nachdenken oder, noch schlimmer, Entscheidungen abnimmt. Dass man dann als Planer Stunden verbringt, um herauszufinden, woher ein Vorschlag oder eine Vorgabe kommt, wird aus Bequemlichkeit schnell vergessen. Schade!

Constraint based oder engpassorientierte Produktionsplanung“ – was wäre das für ein himmlisches Tool! Einige Anmerkungen aus dem Feld, will ich hier anführen, da Sie sie sicher erkennen werden. „Falls ein Auftrag nicht zwischengeschoben werden kann, muss das Programm eine Lösung vorschlagen“ oder „Ich will mehrere Simulationen erstellen und dann unter den vom System vorgeschlagenen Lösungen die beste wählen.“ Noch eine: „Wenn ich diesen Auftrag verschiebe, was ist die Folge für den Rest der Aufträge? Verschiebt sie das System automatisch?“ Sicher das sind alles berechtigte theoretische Fragen oder Lösungen. Doch bei genauerem Nachfragen zeigte sich, dass es vor allem um Ausnahmen geht. Leider blieb es da nicht bei wenigen, sondern es kamen Dutzende zum Vorschein. Dann fragte ich, wer im Unternehmen diese „Constraints“ oder Ausnahmen verwalten sollte. Und wer hat die Berechtigung, um von den Regeln abzuweichen. Und würden wir bedingungslos den Vorschlägen aus dem System vertrauen? Nicht ganz unwichtig, oder? Zumeist mündete das in einer Übereinstimmung, dem Planer ein Tool zu geben, mit dem er oder sie vollen Einblick bekommt und auf einfache Weise Entscheidungen treffen kann. Ich glaube nicht, dass es ein Tool gibt, das die Intelligenz des Planers ersetzen kann. Sie etwa?