Abrakadabra, simsalabim…und es erscheint Lean (1)

Abrakadabra, simsalabim…und es erscheint Lean (1)

Es klingt beinahe wie eine Zauberformel. Sie hören noch stets auf jedem durchschnittlichen Event für die herstellende Industrie das Zauberwort lean oder schlanke Strukturen. Viele Berater und Consulting-Büros nehmen das Wort nur zu gerne in den Mund. Zwar hat es im Laufe der letzten Jahren an Popularität eingebüßt, doch wird das Wort nach wie vor noch häufig gebraucht. Aber was bedeutet es eigentlich? Und warum müssen wir „lean“ sein. Bringt das echt so viel? Und ist Ihr Unternehmen darauf vorbereitet? Denn „lean“ fordert einiges von Ihrem Unternehmen. „Lean“ oder „schlank“ wird manchmal als kultureller Rahmen bezeichnet. Sicher merkt Ihr Personal in der Produktion am meisten davon. Es bedeutet jedoch eine bestimmte Denke in der gesamten Organisation. Noch wichtiger: Bewusstsein und Verständnis, was „lean“ tatsächlich bewirken kann. Wenn Sie in Wikipedia das Prinzip von „lean manufacturing“ oder schlanker Produktion nachschlagen, finden Sie Folgendes: Darunter versteht man eine Unternehmensphilosophie des (bis ins Kleinste gehende) Weglassens aller überflüssigen Arbeitsgänge in der Produktion und in der Verwaltung (um maximalen Mehrwert für den Kunden zu generieren). Dieser Ansatz wurde vom japanischen Automobilhersteller Toyota eingeführt. Durch die schlanke Produktion sollte sich die Qualität des Produkts erhöhen, während sich gleichzeitig die Kosten verminderten, was wiederum zu einem besseren Betriebsergebnis führen würde. Das ist eine lange Ansage, aber dafür ist sie recht umfassend. Es gibt viele Tools , um Ihr Unternehmen zu „verschlanken“. Nehmen Sie als Beispiel das 5S-Programm, womit Sie auf einfache Weise eine Kultur des Aufräumens und Sauberhaltens in der Produktion verwirklichen. Dafür sind weder teure Software noch Consultants notwendig! Der Gewinn liegt hier im Zeitgewinn. Beispiel: Werkzeuge wieder an der Wand aufhängen, Paletten an speziell markierten Plätzen abstellen, damit nachfolgende Bearbeitung ohne Zeitverlust starten kann. Aufräumen schafft Übersicht.

Sehr häufig hört man in diesem Zusammenhang auch von einem Six Sigma-Programm, das eine Kultur kontinuierlicher Verbesserungen anstrebt. „Messen bedeutet Wissen“ ist hier das Leitmotiv. Anhand von statistischen Daten (KPIs oder Leistungskennzahlen) können Sie eingrenzen, wo Verbesserungen möglich sind. Aber ganz wichtig ist, dass man am Ball bleibt und ständig nachverfolgt! Viele von diesen Messdaten können Sie aus Ihrem ERP-System abrufen. Auch Ihr ERP-System hat bestimmt Raum für Verbesserungen, um Verwaltungs- und Zeitaufwand zu reduzieren. Manche ERP-Systeme bieten in diesem Rahmen Kanban-Lösungen. Das Thema „ERP und Lean“ werde ich in diesem Blog demnächst sicher erneut behandeln. Allerdings will ich mich da nicht mit den einzelnen Lean- oder Verschlankungsprogrammen befassen. Stattdessen will ich Ihnen aufzeigen, dass viele Wege nach Rom, also zu schlanken Strukturen, führen. Und das muss nicht immer mit der Anschaffung einer teuren Software verbunden sein, da Sie dies in vielen Fällen mit den bereits vorhandenen Mitteln erreichen können. Wir müssen natürlich nicht schon morgen mit den gleichen Methoden wie Toyota produzieren, doch sollten wir nicht versäumen, Nutzen aus deren Erfolgen bei der Prozessoptimierung zu ziehen. Eigentlich logisch ….